Bericht über das gemeinsame Projektmanagement für das Erprobungsmodell "Europäisch studieren"


Hans Beelen und Ulrich Bernath


An dem Erprobungsmodell "Europäisch studieren" waren das Fach Niederlandistik im Fachbereich 11 (Literatur- und Sprachwissenschaften), das Fernstudienzentrum der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und das Studiecentrum Groningen der Open universiteit beteiligt.

Die niederlandistische Beschäftigung mit der niederländischen, von Humanismus und Liberalität geprägten Kultur, ist als intellektuelle Herausforderung nicht nur ein integrierter Teil der europäischen Bildungstradition, sondern entspricht im Rahmen der europäischen Einigung eben sehr dem aktuellen Bedarf nach wissenschaftlich fundierten Kenntnissen des europäischen Nachbarlandes. Das Fach Niederlandistik der Carl von Ossietzky Universität hat sich denn auch immer nachhaltig für eine europäische, nicht eine regionalistische Orientierung ausgesprochen, und dies seit seiner Gründung in Tagungen, Publikationen und anderen wissenschaftlichen Aktivitäten immer wieder betont. Im Rahmen dieser europäischen Profilierung hat das Fach dankbar die von dem Lektor Johannes Beelen in Zusammenarbeit mit dem Fernstudienzentrum konzipierte Möglichkeit aufgegriffen, ein Teil der wissenschaftlichen Ausbildung nicht nur inhaltlich zu europäisieren (was bei der Oldenburger Niederlandistik qualitate qua ohnehin immer schon der Fall ist), sondern auch in lernstrategischer Hinsicht (Einbezug von fremdsprachlichen Fernstudiumsinhalten in das Präsenzstudium).

Im Rahmen der Nachbereitung einer vom Fach Niederlandistik veranstalteten Fachtagung zum Thema "Europa - Grenzenlose Gegensätze" trafen sich bereits erstmals im Jahre 1991 U. Bernath, Leiter des Fernstudienzentrums, und H. Beelen, Lektor für Niederlandistik. Von ihnen wurde die Idee der Integration niederländischer Fernstudien in das Präsenzstudium an der Universität Oldenburg eingebracht.

Das Fernstudienzentrum hatte aus seinen eigenen Aufgabenstellungen heraus bereits seit dem Anfang der achtziger Jahre erste Beziehungen zur damals in Gründung befindlichen niederländischen Open universiteit hergestellt und diese mit den Studienzentren in Emmen und Groningen gepflegt.

In Vorbereitung auf den europäischen Binnenmarkt 1993 verfolgte das Fernstudienzentrum schon im Jahre 1991 gezielt die Weiterentwicklung der Beziehungen, so daß sich das Fernstudienzentrum und das Fach Niederlandistik in gleich gerichteter Interessenlage begegneten.

Das Fernstudienzentrum ermöglichte Beelen ein intensives Kennenlernen der Open universiteit über Literatur und Infoschriften. Das Fach Niederlandistik stellte darüber hinaus Mittel zur Verfügung für die Beschaffung von weiterer Fachliteratur zu diesem Thema und genehmigte die Verschiebung von Lehrveranstaltungen, so daß Beelen als Fachvertreter und Bernath als Vertreter des Fernstudienzentrums im Dezember 1991 bereits orientierende Gespräche und Verhandlungen mit der Open universiteit aufnehmen konnten (siehe Bericht über ein Gespräch in der niederländischen Open universiteit vom 4.12.1991). Diese Dienstreise wurde vom Fernstudienzentrum finanziert, das eine Auswahl von Kursen der Open universiteit als Ansichtsexemplare beschaffte. Diese wurden als Handapparat vorübergehend in den Räumlichkeiten des Faches Niederlandistik aufgestellt.

Das Fach Niederlandistik und der Fachbereich 11 genehmigten eine vorübergehende Abordnung von H. Beelen in das Fernstudienzentrum in den Monaten Juni bis September 1992 mit Mitteln des Fachbereichs 11. Die in diesem Zeitraum im Fach Niederlandistik anfallenden Dienstaufgaben wurden teilweise durch Lehraufträge abgedeckt. Mit dieser Regelung konnte von H. Beelen folgender Arbeitsauftrag in kurzer Zeit zu einem erfolgreichen Abschluß gebracht werden:

"Entwicklung von Konzepten für künftige Modellvorhaben zur Erprobung bilingualer Studien unter Einbeziehung von Fernstudienelementen der Open universiteit der Niederlande ...".

Auf der Grundlage einer von H. Beelen erarbeiteten Konzeptversion für ein Modellprojekt "Europäisch studieren" wurden zunächst durch die Universität Oldenburg das niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kunst am 3.8.92 (im Beisein des Kanzlers) und dann durch das Fernstudienzentrum das Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft am 14.8.92 um eine Anschubfinanzierung ersucht.

Eine Prüfung der europäischen Förderungsprogramme, insbesondere des ERASMUS-Programms, unter Einbeziehung der Europa-Stelle der Universität, führte zu einem Fehlergebnis.

Am 24.9.92 wurde dem Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft (Arbeitsbereich Fernstudium) der Antrag auf Zuschuß für eine Begleitmaßnahme zum "Erprobungsmodell 'Europäisch Studieren ...'" durch das Fernstudienzentrum zugestellt.

Am 26.10.92 bewilligte das BMBW einen Zuschuß in Höhe von DM 49.074,00.

Die Koordination dieses Beantragungsverfahrens, die Verwendung der Mittel und deren Nachweisung erfolgte durch das Fernstudienzentrum. Zwischen H. Beelen und U. Bernath bestand folgende Arbeitsteilung:

Die alleinige Verantwortung für das Studienprojekt lag bei H. Beelen. Ihm wurde eine wissenschaftliche Hilfskraft zugeordnet, die im Fernstudienzentrum ihren Arbeitsplatz erhielt und von dort auch unterstützt wurde.

Die wissenschaftliche Berichterstattung in Form von Vorträgen und Aufsätzen wurde von Beelen übernommen, dabei wurde in Einzelfällen mit Bernath der inhaltliche und organisatorisch-strategische Gesamtzusammenhang des Vorhabens vorgestellt.

Die Planungs- und Koordinierungsaufgabe für das Erprobungsmodell bezüglich der Zusammenarbeit der Partnerinstitutionen (O.u., Studiec. Groningen, Uni OL), bezüglich der weiteren Projektplanung (mit anderen nationalen Universitätseinrichtungen, Task Force, ERASMUS) sowie für die Projektarbeitsgruppen (der Uni OL, FernUni, ZAF Hi, Saarbrücken) erfolgte in Abstimmung zwischen Beelen und Bernath und wurde von letzterem geschäftsführungsmäßig wahrgenommen.

Die Verwaltungsangestellte des Fernstudienzentrums, K. Kunkel, wurde an der Durchführung der Maßnahme beteiligt.

Der eigene Beitrag des Fernstudienzentrums zur Durchführung des Erprobungsmodells enthält im wesentlichen ca. ein Fünftel der Arbeitszeit des Leiters des Fernstudienzentrums, verwaltungsmäßige Dienstleistungen und die Nutzung eines Büros in den Monaten September 92 bis April 93.

Der deutsche Wissenschaftsrat hat in seinen "Empfehlungen zum Fernstudium" vom 13.11.92 für die künftige Entwicklung des Fernstudiums u.a.

"eine aktive Beteiligung deutscher Hochschulen mit Fernstudieninteressen an Programmen der Europäischen Gemeinschaft zur Erforschung, Entwicklung und Durchführung des Fernstudiums" (S. 102) nahegelegt.

An anderer Stelle empfiehlt der Wissenschaftsrat
"den Hochschulen, die sich am Fernstudium beteiligen wollen, Studienzentren einzurichten, die organisatorische und administrative Aufgaben übernehmen sowie Beratungs- und Kontaktfunktionen für die Studierenden und externe Partner erfüllen sollen" (S. 97).

Mit dem Erprobungsmodell "Europäisch studieren" ist an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, einer Hochschule mit dezidierten Fernstudieninteressen und reichlichen Erfahrungen, im Wintersemester 1992/93 ein Projekt durchgeführt und die Integration von Fernstudienelementen in das Präsenzstudium im Fach Niederlandistik mit Unterstützung durch die bereits existierende zentrale Einrichtung der Universität, dem Fernstudienzentrum, realisiert worden.

4.3 Zusammenarbeit Fach Niederlandistik-Fernstudienzentrum

An dem Erprobungsmodell "Europäisch studieren" waren das Fach Niederlandistik im Fachbereich 11 (Literatur- und Sprachwissenschaften), das Fernstudienzentrum der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und das Studiecentrum Groningen der Open universiteit beteiligt.

Im Rahmen der Nachbereitung einer vom Fach Niederlandistik veranstalteten Fachtagung zum Thema "Europa - Grenzenlose Gegensätze" trafen sich bereits erstmals im Jahre 1991 U. Bernath, Leiter des Fernstudienzentrums, und H. Beelen, Lektor für Niederlandistik. Von ihnen wurde die Idee der Integration niederländischer Fernstudien in das Präsenzstudium an der Universität Oldenburg eingebracht.

Das Fernstudienzentrum hatte aus seinen eigenen Aufgabenstellungen heraus bereits seit dem Anfang der achtziger Jahre erste Beziehungen zur damals in Gründung befindlichen niederländischen Open universiteit hergestellt und diese mit den Studienzentren in Emmen und Groningen gepflegt.

In Vorbereitung auf den europäischen Binnenmarkt 1993 verfolgte das Fernstudienzentrum schon im Jahre 1991 gezielt die Weiterentwicklung der Beziehungen, so daß sich das Fernstudienzentrum und das Fach Niederlandistik in gleich gerichteter Interessenlage begegneten.

Das Fernstudienzentrum ermöglichte Beelen ein intensives Kennenlernen der Open universiteit über Literatur und Infoschriften. Das Fach Niederlandistik stellte darüber hinaus Mittel zur Verfügung für die Beschaffung von weiterer Fachliteratur zu diesem Thema und genehmigte die Verschiebung von Lehrveranstaltungen, so daß Beelen als Fachvertreter und Bernath als Vertreter des Fernstudienzentrums im Dezember 1991 bereits orientierende Gespräche und Verhandlungen mit der Open universiteit aufnehmen konnten (siehe Bericht über ein Gespräch in der niederländischen Open universiteit vom 4.12.1991). Diese Dienstreise wurde vom Fernstudienzentrum finanziert, das eine Auswahl von Kursen der Open universiteit als Ansichtsexemplare beschaffte. Diese wurden als Handapparat vorübergehend in den Räumlichkeiten des Faches Niederlandistik aufgestellt.

Das Fach Niederlandistik und der Fachbereich 11 genehmigten eine vorübergehende Abordnung von H. Beelen in das Fernstudienzentrum in den Monaten Juni bis September 1992 mit Mitteln des Fachbereichs 11. Die in diesem Zeitraum im Fach Niederlandistik anfallenden Dienstaufgaben wurden teilweise durch Lehraufträge abgedeckt. Mit dieser Regelung konnte von H. Beelen folgender Arbeitsauftrag in kurzer Zeit zu einem erfolgreichen Abschluß gebracht werden:

"Entwicklung von Konzepten für künftige Modellvorhaben zur Erprobung bilingualer Studien unter Einbeziehung von Fernstudienelementen der Open universiteit der Niederlande ...".

Auf der Grundlage einer von H. Beelen erarbeiteten Konzeptversion für ein Modellprojekt "Europäisch studieren" wurden zunächst durch die Universität Oldenburg das niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kunst am 3.8.92 (im Beisein des Kanzlers) und dann durch das Fernstudienzentrum das Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft am 14.8.92 um eine Anschubfinanzierung ersucht.

Eine Prüfung der europäischen Förderungsprogramme, insbesondere des ERASMUS-Programms, unter Einbeziehung der Europa-Stelle der Universität, führte zu einem Fehlergebnis.

Am 24.9.92 wurde dem Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft (Arbeitsbereich Fernstudium) der Antrag auf Zuschuß für eine Begleitmaßnahme zum "Erprobungsmodell 'Europäisch Studieren ...'" durch das Fernstudienzentrum zugestellt.

Am 26.10.92 bewilligte das BMBW einen Zuschuß in Höhe von DM 49.074,00.

Die Koordination dieses Beantragungsverfahrens, die Verwendung der Mittel und deren Nachweisung erfolgte durch das Fernstudienzentrum. Zwischen H. Beelen und U. Bernath bestand folgende Arbeitsteilung:

Die alleinige Verantwortung für das Studienprojekt lag bei H. Beelen. Ihm wurde eine wissenschaftliche Hilfskraft zugeordnet, die im Fernstudienzentrum ihren Arbeitsplatz erhielt und von dort auch unterstützt wurde.

Die wissenschaftliche Berichterstattung in Form von Vorträgen und Aufsätzen wurde von Beelen übernommen, dabei wurde in Einzelfällen mit Bernath der inhaltliche und organisatorisch-strategische Gesamtzusammenhang des Vorhabens vorgestellt.

Die Planungs- und Koordinierungsaufgabe für das Erprobungsmodell bezüglich der Zusammenarbeit der Partnerinstitutionen (O.u., Studiec. Groningen, Uni OL), bezüglich der weiteren Projektplanung (mit anderen nationalen Universitätseinrichtungen, Task Force, ERASMUS) sowie für die Projektarbeitsgruppen (der Uni OL, FernUni, ZAF Hi, Saarbrücken) erfolgte in Abstimmung zwischen Beelen und Bernath und wurde von letzterem geschäftsführungsmäßig wahrgenommen.

Die Verwaltungsangestellte des Fernstudienzentrums, K. Kunkel, wurde an der Durchführung der Maßnahme beteiligt.

Der eigene Beitrag des Fernstudienzentrums zur Durchführung des Erprobungsmodells enthält im wesentlichen ca. ein Fünftel der Arbeitszeit des Leiters des Fernstudienzentrums, verwaltungsmäßige Dienstleistungen und die Nutzung eines Büros in den Monaten September 92 bis April 93.

Der deutsche Wissenschaftsrat hat in seinen "Empfehlungen zum Fernstudium" vom 13.11.92 für die künftige Entwicklung des Fernstudiums u.a.

"eine aktive Beteiligung deutscher Hochschulen mit Fernstudieninteressen an Programmen der Europäischen Gemeinschaft zur Erforschung, Entwicklung und Durchführung des Fernstudiums" (S. 102) nahegelegt.

An anderer Stelle empfiehlt der Wissenschaftsrat
"den Hochschulen, die sich am Fernstudium beteiligen wollen, Studienzentren einzurichten, die organisatorische und administrative Aufgaben übernehmen sowie Beratungs- und Kontaktfunktionen für die Studierenden und externe Partner erfüllen sollen" (S. 97).

Mit dem Erprobungsmodell "Europäisch studieren" ist an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, einer Hochschule mit dezidierten Fernstudieninteressen und reichlichen Erfahrungen, im Wintersemester 1992/93 ein Projekt durchgeführt und die Integration von Fernstudienelementen in das Präsenzstudium im Fach Niederlandistik mit Unterstützung durch die bereits existierende zentrale Einrichtung der Universität, dem Fernstudienzentrum, realisiert worden.


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